Der Import von Holz in die Europäische Union erfordert eine sorgfältige Vorbereitung, zuverlässige Lieferanten und eine vollständige Dokumentation.
Der Import von Holz in die Europäische Union erfordert eine sorgfältige Vorbereitung, zuverlässige Lieferanten und eine vollständige Dokumentation. Neben der Auswahl eines geeigneten Lieferanten müssen Unternehmen unter anderem die Anforderungen der EU-Entwaldungsverordnung (EUDR) berücksichtigen.
Von der ersten Anfrage bis zur Anlieferung in Europa dauert der Beschaffungsprozess – abhängig von Verfügbarkeit, Produktionszeit und Transportweg – in der Regel zwei bis fünf Monate.
1. Lieferanten vor der Bestellung sorgfältig prüfen
Eine professionelle Beschaffung beginnt mit der Auswahl eines verlässlichen Lieferanten. Vor der Auftragserteilung sollten insbesondere folgende Punkte geprüft werden:
- Registrierung des Unternehmens im Ursprungsland
- Gültige Exportlizenz
- Aktuelle Zertifizierungen und Nachweise
- Nachweis eines tatsächlichen Sägewerks oder Lagerstandorts
- Aktualität und Gültigkeit aller relevanten Dokumente
Wichtig: Prüfen Sie bei Zertifikaten stets das Ausstellungs- und Ablaufdatum. Veraltete Dokumente bieten keinen verlässlichen Nachweis über die aktuelle Compliance eines Lieferanten.
Bei Green Trade Hardwood (GTH) werden Lieferanten bereits vor ihrer Freischaltung anhand definierter Kriterien geprüft. So erhalten Einkäufer Zugang zu verifizierten Anbietern und relevanten Produktinformationen, bevor sie eine Angebotsanfrage stellen.
2. Welche Dokumente werden benötigt?
Für einen reibungslosen Holzimport sollten die erforderlichen Unterlagen frühzeitig zusammengestellt und geprüft werden. Dazu gehören typischerweise:
- Handelsrechnung und Packliste
- Bill of Lading (Konnossement)
- Pflanzengesundheitszeugnis, sofern erforderlich
- Einschlaggenehmigung bzw. entsprechende Nachweise der legalen Holzgewinnung
- V-Legal- oder FLEGT-Lizenz für entsprechendes Holz aus Indonesien
- Geolokalisierungsdaten
- ISPM-15-konforme Kennzeichnung von Paletten und Verpackungsholz
Welche Dokumente im Einzelfall erforderlich sind, hängt unter anderem von Holzart, Ursprungsland, Behandlung und Einfuhrbestimmungen ab.
Hinweis: ISPM-15 bezieht sich ausschließlich auf Verpackungsholz. Geolokalisierungsdaten können insbesondere im Rahmen der EUDR zu den zeitaufwendigsten Unterlagen gehören und sollten deshalb möglichst frühzeitig angefordert werden.
3. EUDR: Was müssen Importeure beachten?
Die EU-Entwaldungsverordnung (EUDR) stellt zusätzliche Anforderungen an Unternehmen, die bestimmte Rohstoffe und daraus hergestellte Produkte auf dem EU-Markt bereitstellen oder in die EU importieren.
Holzprodukte dürfen grundsätzlich nur dann auf dem europäischen Markt bereitgestellt werden, wenn sie:
- entwaldungsfrei sind,
- gemäß den geltenden Rechtsvorschriften des Ursprungslandes produziert wurden und
- durch eine entsprechende Sorgfaltserklärung (Due Diligence Statement, DDS) abgesichert sind.
Nach aktuellem Zeitplan gelten die EUDR-Anforderungen ab:
- 30. Dezember 2026: mittlere und große Unternehmen
- 30. Juni 2027: Kleinst- und Kleinunternehmen
Die Referenznummer der DDS kann für die Zollanmeldung erforderlich sein. Unternehmen sollten daher sicherstellen, dass die erforderlichen EUDR-Daten rechtzeitig vorliegen.
4. Einfuhrzölle und Mehrwertsteuer
Die Höhe des Einfuhrzolls richtet sich nach dem jeweiligen Warencode und kann je nach Produkt und Ursprungsland variieren.
Viele tropische Schnittholzprodukte können zollfrei sein oder bei Erfüllung der entsprechenden Voraussetzungen von Präferenzregelungen profitieren. Entscheidend sind die korrekte Tarifierung und der erforderliche Ursprungsnachweis.
Die Einfuhrumsatzsteuer bzw. Mehrwertsteuer richtet sich nach den Bestimmungen des jeweiligen Bestimmungslandes.
5. Wie lange dauert der Holzimport?
Ein typischer Beschaffungs- und Importprozess kann folgende Zeiträume umfassen:
- Lieferant finden und prüfen: 1–3 Wochen
- Angebot und Abstimmung: 3–10 Tage
- Auftragsbestätigung: 1–2 Wochen
- Produktion, sofern nicht lagernd: 4–12 Wochen
- Seefracht nach Nordeuropa: 30–45 Tage
- Zollabfertigung: 2–7 Tage
Lagerware kann ihr Ziel häufig innerhalb von zwei bis drei Monaten erreichen. Bei Auftragsfertigungen sollten in der Regel drei bis fünf Monate eingeplant werden.
Die tatsächliche Lieferzeit hängt unter anderem von Lagerbestand, Produktionskapazität, Dokumentation, Hafenabwicklung und verfügbaren Schiffsverbindungen ab.
6. Drei häufige Fehler beim Holzimport
Den Preis vor der Dokumentenprüfung vereinbaren
Ein günstiger Einkaufspreis ist wenig wert, wenn erforderliche Nachweise fehlen oder die Ware nicht den Einfuhranforderungen entspricht.
Qualität ausschließlich anhand eines Musters beurteilen
Ein Muster gibt einen ersten Eindruck, ersetzt aber keine verlässliche Qualitätskontrolle der tatsächlichen Lieferung.
Produktionskapazität mit sofortiger Lieferbereitschaft verwechseln
Ein Lieferant kann über ausreichende Produktionskapazitäten verfügen, ohne die gewünschte Menge kurzfristig auf Lager zu haben. Lagerbestand und tatsächliche Verfügbarkeit sollten daher immer separat bestätigt werden.
Sicherer einkaufen, besser planen
Der internationale Holzeinkauf muss nicht unnötig kompliziert sein. Mit geprüften Lieferanten, transparenten Produktinformationen und einer frühzeitig organisierten Dokumentation lassen sich Risiken reduzieren und Beschaffungsprozesse effizienter gestalten.
Green Trade Hardwood unterstützt Unternehmen dabei, geeignete Lieferanten in Südostasien zu finden und den Beschaffungsprozess strukturiert vorzubereiten.